Indien - Porträt eines Subkontinents
25. September - 9. Oktober 2011
Sonntag, 25. September
Matinee zur Eröffnung der Ausstellung im BildungsTURM, 'Die vertauschten Götter' - Religionswechsel im gegenwärtigen Indien
11.00 - 12.00 Uhr Einführungsveranstaltung zur Ausstellung im Wolkensteinsaal. Anschließend Eröffnung der Ausstellung im BildungsTURM
Ort : Kulturzentrum am Münster
Ausstellungsort: BildungsTURM beim Kulturzentrum am Münster
Realisation: Exzellenzcluster 'Kulturelle Grundlagen von Integration', Universität Konstanz
Wiss. Konzeption: Dr. Cornelia Mallebrein, Universität Konstanz
Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Amt für Schulen, Bildung und Wissenschaft der Stadt Konstanz
Dienstag, 27. September
Literaturabend mit indischer Musik und Tanz, Jubiläumsveranstaltung zum 150. Geburtstag des indischen Literatur-Nobelpreisträgers Rabindranath Tagore
Rabindranath Tagore, weltweit berühmter indischer Schriftsteller, Philosoph und Pädagoge aus Bengalen, erhielt 1913 für den Gedichtband 'Gitanjali' den Literatur-Nobelpreis. Universal gebildet, ist er einer der bekanntesten Denker und Vorreiter des modernen Indiens. Doch er war auch ein begnadeter Musiker und Komponist und schuf eine eigene Musikgattung, die Rabindrasangeet. Im Mittelpunkt des Abends stehen die berühmten Bhanu-Singha-Lieder, deren Komposition auf der klassisch-indischen Raga-Melodie basiert und die sehr rhythmisch sind. Die Lieder handeln von der romantischen Liebe zwischen dem Hirtengott Krishna und der Hirtin Radha. Die Poesie seiner Lieder, der individuelle Stil der Musik und der gefühlvolle Gesang zaubern ein Panorama der menschlichen Existenz hervor, gepaart von Freude und Leid, aber auch Liebe und Schmerz, Trennung und Vereinigung. Zusätzlich zur Musik werden einige Lieder im klassischen Odissi-Tanz interpretiert.
Leitung: Ratin Chattopadyay, Stuttgart: Einführung in die Thematik. Interpretation und Übersetzung der Lieder.
Musikbegeitung: Gesang, Tabla und Tanz mit drei Musikern aus Kolkata
19.30 - 21.45 Uhr
Ort: K9 Kommunales Kunst- und Kulturzentrum, Hieronymusgasse 3
Freitag, 30. September
Literatur- und Musikabend, Richard Wagner und die geistige Welt Indiens.
Vortrag von Ernst Kölnsperger, München
Nicht erst mit der geplanten Buddha-Oper „Die Sieger“, an deren Konzept Richard Wagner in seinen letzten Lebensmonaten noch arbeitete, hatte sich der Komponist mit der Geisteswelt Indiens beschäftigt. Besonders im „Ring des Nibelungen“ und im „Parsifal“ ist seine lebenslange Auseinandersetzung mit der Philosophie Indiens spür- und greifbar. Wiedergeburt und Erlösung sind zentrale Begriffe in Wagners Welt, die ohne seine Indien-Rezeption nicht verständlich wären. Der Vortrag deckt die Quellen dieser Einflüsse auf und stellt sie in Text- und Musikbeispielen dar.
Ernst W. Kölnsperger studierte Sprach- und Literaturwissenschaft, Kunstgeschichte und Indologie an den Universitäten München, Rom und Madras/Indien. Sein Hauptinteresse gilt den interkulturellen Zusammenhängen und dem länderübergreifenden Kulturtransfer. Seine besondere Liebe gilt der klassischen Musik und Kunst.
Er leitet die Reiseleiterabteilung bei Studiosus Reisen in München. Als Mitkurator hat er zahlreiche Ausstellungen indischer Kunst konzipiert. Kosmopolitisch ausgerichtet, führt ihn seine ausgedehnte Vortragstätigkeit zu den kulturell wichtigsten Stätten der Welt, dazu zählen seine jährlichen Reisen nach Indien.
19.30 - 21.00 Uhr
Ort: vhs, Astoria-Saal
Samstag, 1. Oktober
Bollywood-Workshop, Tanz und Schauspiel
Indische Filme sind in Europa vor allem wegen ihrer farbenfrohen Gesangs- und Tanzeinlagen bekannt. Diese Verbindung von Tanz, Musik und Schauspiel hat ihren Ursprung im klassischen indischen Theater. Es sollen der Legende nach die Götter selbst gewesen sein, die sich diese Kombination der darstellenden Künste gewünscht haben. In den indischen Filmen soll die Gesamtbreite der menschlichen Gefühle (bhava) zum Ausdruck kommen.
In diesem Workshop sind die TeilnehmerInnen eingeladen, mit Schauspieltricks und ein paar Tanzschritten ihre eigene kleine Bollywood-Show auf die Beine zu stellen. Anhand von praktischen Übungen lernen wir die Hintergründe und den Aufbau eines typischen Hindi-Films kennen.
Yvonne Monyer hat in Konstanz und Kreuzlingen Lehramt studiert. Anschließend hat sie eine Ausbildung zur Theaterpädagogin (BuT) in Heidelberg abgeschlossen. Sie hat indischen Bollywood-Tanz gelernt. Zur Zeit unterrichtet sie in London Theaterpädagogik und Tanz.
Workshop für alle Altersklassen
Anmeldung erforderlich!
Leitung Yvonne Monyer, Theaterpädagogin (BuT), Heidelberg
17.00 - 19.00 Uhr.
Ort: vhs, Astoria-Saal
Sonntag, 2. Oktober
Vortrag Die Sora von Orissa - Gespräche mit den Verstorbenen. Eine Tradition im Umbruch.
Vortrag: Dr. Cornelia Mallebrein, Konstanz
Die Schamanen der Lanjia-Sora von Orissa, sie gehören zu den Adivasi (Ureinwohner) Indiens, leben gleichzeitig in zwei Welten, der realen und einer jenseitigen. In eindrucksvollen Trance-Ritualen stellen sie in ihrer Rolle als Medium den Kontakt zwischen den Lebenden und den Verstorbenen her. Dabei helfen ihnen unterweltliche Partner, mit denen sie in einer "Geist-Ehe" verheiratet sind. Um sie zu ehren, lassen die Schamanen in ihren Häusern eindrucksvolle, stark stilisierte Wandbilder anfertigen. Die Intensität, mit der diese Ehe gelebt wird, stellt eine singuläre Erscheinung in der kulturellen und religiösen Vielfalt Indiens dar. Doch die Welt der Ahnen und Geister hat Konkurrenz bekommen. Fast alle Jugendlichen sind inzwischen zum Christentum konvertiert und haben die alten Traditionen durch neue christliche ersetzt. Welche sozialen und religiösen Veränderungen bringt dieser Wechsel der Religion mit sich? Warum sind sie konvertiert, und was sagen die alten Menschen, die nicht konvertieren wollen? Welche Probleme tun sich auf? Der Vortrag mit Fotos und Videofilm versucht, dieser Frage nachzugehen.
Dr. Cornelia Mallebrein hat Indologie, Ethnologie und indische Kunst in München, Göttingen und Tübingen studiert. Auf zahlreichen Forschungsreisen, u.a. im Rahmen eines Forschungsprojekts an der Universität Konstanz, hat sie Orissa besucht und den religiösen Wandel dokumentiert. Sie hat mehrere Ausstellungen zu unbekannten Ritualen und künstlerischen Traditionen des ländlichen und tribalen Indiens konzipiert und kuratiert.
Nach dem Vortrag findet um 14.00 Uhr eine Führung durch die Ausstellung 'Die vertauschten Götter' - Religionswechsel im gegenwärtigen Indien, statt.
11.00 - 12.30 UhrVortrag
14.00 Uhr Führung durch die Ausstellung
Ort: vhs, Astoria- Saal, BildungsTURM
Mittwoch, 5. Oktober
Live-Reportage mit Fotos und Musik, Indien - der Norden. Zwischen Traum und Wirklichkeit. Multimediapräsentation von Olaf Krüger, Stuttgart
Der Norden Indiens wird in dieser Multimediapräsentation von Olaf Krüger bereist. Als er vor zwanzig Jahren zum ersten Mal nach Indien kam, ließ ihn die Fülle und Intensität der Eindrücke nicht mehr los und weckte seine Neugier. Auf inzwischen 25 Reisen hat er eines der widersprüchlichsten und zugleich faszinierendsten Länder dieser Erde kennengelernt. Seine aktuelle Live-Reportage über Indiens Norden führt den Zuschauer an weltbekannte Orte, u.a. in den Wüstenstaat Rajasthan, in die heilige Stadt Varanasi und zum Taj Mahal nach Agra, aber auch in die entlegenen Bergwüsten Spitis und Ladakhs. Mitreißend erzählt, von starken Bildern getragen und durch einen eigens für die Show komponierten Soundtrack bereichert, ist sein Vortrag ein Erlebnis nicht nur für Indienbegeisterte!
Olaf Krüger studierte Kunstgeschichte und Germanistik. Er arbeitet als Fotojournalist und ist Autor mehrerer Indien-Bildbände. Seine Bilder wurden u.a. in GEO und in der ZEIT veröffentlicht. 2010 wurde er für seine fotojournalistische Tätigkeit und seine Bemühungen um die deutsch-indischen Beziehungen mit dem renommierten Gisela-Bonn-Preis ausgezeichnet.
19.30 - 21.30 Uhr Traum und Wirklichkeit
Ort: Kulturzentrum am Münster, Wolkensteinsaal
Freitag, 7. Oktober
Beginn eines dreitägigen Symposiums mit Finissage zur Ausstellung.
Indien - Porträt eines Subkontinents
1. Tag: Einführung in die Geschichte und Gesellschaft Indiens
14.00 - 17.30 Uhr Vorträge
18.30 - 21.00 Uhr kommentierter Filmabend
Ort: Kulturzentrum am Münster, Wolkensteinsaal
Samstag, 8. Oktober
2. Tag: Indiens Aufstieg zu einer Großmacht der Gegensätze: Politik, Wirtschaft und religiöse Vielfalt
10.00 - 12.00 Uhr und 14.00 - 17.30 Uhr
Ort: Kulturzentrum am Münster, Wolkensteinsaal
Sonntag, 9. Oktober
3. Tag: Die 'vertauschten Götter' - Religionswechsel im gegenwärtigen Indien
Vortrag und Führung durch die Ausstellung durch Dr. Cornelia Mallebrein
10.00 - 13.30 Uhr
Ort: Kulturzentrum am Münster, Wolkensteinsaal, BildungsTURM
Finissage der Ausstellung 'Die vertauschten Götter' - Religionswechsel im gegenwärtigen Indien
17.00 - 20.00 Uhr Abschlussveranstaltung in den Räumen der Ausstellung
Ort: BildungsTURM am Münster
Organisation
Idee, Konzeption und Ausstellung Dr. Cornelia Mallebrein, Universität Konstanz
Veranstaltungsreihe: Dr. Cornelia Mallebrein; Prof. Dr. Beate Bergé, HTWG Konstanz
Eine Veranstaltung des Exzellenzclusters 'Kulturelle Grundlagen von Integration' der Universität Konstanz in
Kooperation mit dem Amt für Schule, Bildung und Wissenschaft der Stadt Konstanz und der Deutsch-Indischen Gesellschaft Bodensee e.V.